Das Facebookprinzip
Facebook, das größte soziale Netzwerk der Welt. Mit 8.000.000.000 Klicks am Tag die am zweithäufigsten besuchte Webseite im gesamten Internet.
Das Bedürfnis sich mitzuteilen und am Secondlife teilzuhaben ist riesig, und Facebook ist die kostenlose Plattform dafür. Doch wie funktioniert das Unternehmen Facebook? Wie kann man kostenlos so eine gewaltige Infrastruktur bereitstellen? All das ist kostenlos, dabei heisst es immer im Internet würde einem nichts geschenkt.
Die Antwort liegt in dem Geschäft mit den Personenbezogenen Daten. An keiner anderen Stelle im Web, als in sozialen Netzwerken geben wir so viel Preis. Unsere Fotos, persönlichen Daten, unser Beziehungsstatus und alle unsere Interessen werden gespeichert. Jeder Likebutton ist mit unserem Profil verlinkt.
Diese Profile, die so zahlreich von uns erstellt und mit Informationen geflutet werden sind für die Werbebranche bares Gold, denn wenn ich weiss was einem Menschen gefällt, kann ich ihm genau auf ihn zugeschnittene Werbung präsentieren. Diese Werbung findet sich dann nicht nur auf Facebook, sondern so ziemlich überall im Web wo, so genannte, Sponsorer Ads zu finden sind.
Sponsorer Ads sind Werbungen die von Sponsoren dargestellt werden. Der Inhalt dieser Ads wird nicht vom Webseitenbetreiber bestimmt, sondern z.B. aus der GoogleAds Datebank erstellt.
Alles was auf Facebook hochgeladen wird gehört sofort Facebook, und früher oder später auch einer Werbefirma, die Geld für z.B. Servermiete bereitstellt. Dieses Prinzip sollte eigentlich die Werbebanner auf Facebook selber ersetzen, doch inzwischen wird zusätzlich auch dieses Werbemittel verwendet.
Dagegen schützen kann man sich nur bedingt, denn das was Facebook macht ist nur so lange rechtens, wie eine Funktion besteht, mit der das Abgreifen der Daten verhindert werden kann. Tatsächlich gibt es solche Funktionen, doch wenn zu viele Menschen sie benutzen werden einfach die Nutzungsbestimmungen geändert, alle Einstellungen zurückgesetzt und die Menüs noch tiefer vergraben.
Eine 100% sichere Nutzung von Facebook existiert nicht, denn obwohl auf dem Papier diese Einstellungen berücksichtigt werden möchte ich niemandem versprechen das diese auch geachtet werden. Die Anleitung zur theoretisch sicheren Nutzung ist, die Einstellungen zu machen, seine Freunde in Listen zu ordnen und die Rechte zuzuordnen (denn auch über Freunde können Daten abgegriffen werden). Dazu sollte man sich gut überlegen ob man Bilder hochläd, denn mit dem Hochladen geht das Bild in den Besitz von Facebook über. Zusätzlich zu diesem Besitzerwechsel wird das Bild automatisch nach Gesichtern gescannt, und wenn diesen Gesichtern durch z.B. Verlinkung noch ein Name gegeben wird, erkennt Facebook diese Person auf jedem hochgeladenen Bild wieder.
Eine Anleitung zu den Einstellungen habe ich mal geschrieben, doch durch die Änderung des Einstellungskataloges ist diese leider wiedet outdatet. Vielleich werde ich wieder ein neues Tutorial schreiben und sollte es soweit kommen, werde ich es hierhin verlinken.
Wir leben in einer Zeit, in der meine Fähigkeit, deinen Computer in Schutt und Asche zu zerlegen, mehr wert ist, als deine Fähigkeit, mir ins Gesicht zu schlagen.
Nahezu jeder deutsche Jugendliche ist heutzutage in mindestens einem sozialen Netzwerk, einem E-Mail Anbieter und einem Forum angemeldet. Zumindest bewusst.
Zu dieser Tatsache kommt noch hinzu, dass hierfür häufig die gleichen Passwörter verwendet werden, und die E-Mail Adresse als Anmeldename ausreicht.
Neben diesen bewussten Teilnahmen an der Cyberrealität, gibt es noch eine Reihe an unbewusst angelegten Konten. Ein ganz berühmtes Beispiel dafür ist GoogleAds.
Was wir von Google sehen, ist die Möglichkeit sich mit einem Account, und einer Verfizierung per Telefon oder Post in mehreren Bereichen einzuloggen. Dazu zählen Youtube, Googlemail und der kürzlich wieder abgeschaltete Service Google+.
Was wir nicht sehen, ist der dunkle und verborgene Teil Googles, namentlich bekannt als GoogleAds. Alle Googleservices sind kostenlos nutzbar. Dass das nicht funktionieren kann, kann sogar ein nicht BWL Studierter erkennen. Also müssen, zusammengefasst, die Googlesatelliten, die Google Streetviewautos, die Google Rechenzentren und die Googlemitarbeiter von nur diesem Teil Googles bezahlt werden.
Google zahlt auch hier Geld, nämlich an jene Webseiten, die den Service GoogleAds in ihrer Struktur integrieren. Somit wird von jedem Benutzer die Aktivität auf der Webseite gespeichert. Diese wird dann einem Profil zugeordnet, dass sich aus Google Suchen, Suchen auf Webseiten mit GoogleAds, Surfverhalten und den angeklickten Werbebannern zusammensetzt. Dazu kommen im Idealfall noch persönliche Daten, die aus sozialen Netzwerken wie z.B. Facebook abgegriffen werden können.
Nunja, da mein Text keine Hetze gegen Google werden soll, und ich allein mit diesem Thema alleine schon mehrere Seiten füllen könnte, werde ich mich nun auf mein Hauptthema beschränken. Was ich mit dem Beispiel Google sagen möchte, ist das viele Dinge im Internet, ausserhalb der Kompetenzen des normalen Web 2.0 Users liegen. Das ist weder eine Beleidigung, noch eine Unterstellung, sondern einfach eine Tatsache.
Um den Titel, den ich für diesen Text wählte, ein wenig auszuführen, möchte ich hier mal ein konkretes Beispiel nennen. Hierzu betrachten wir einmal zwei Zeiten, eine imaginäre und eine reale:
-Jahr 2011/2012, kein Internet existiert. Alle kleinen Netzwerke sind physikalisch voneinander getrennt. Ein junger Mann, wird von einer Gruppe Jugendlicher überfallen und kriegt ,,Ordentlich eins auf’s Maul‘‘. Resultat: Die leere Brieftasche des Mannes, ein blaues Auge und ein paar Flecken.
-Jahr 2011/2012, alle Computer und kleineren Netzwerke sind miteinander verbunden. Alle Jugendlichen verbringen mehrere Stunden täglich im Internet auf sozialen Netzwerken.
Ein Junger Mann, der aus irgendeinem Grund ein Problem mit einer Gruppe Jugendlichen hat , ist in der Lage einen Virus zu programmieren, der sich als gefaktes Firefox/InternetExplorer Plugin auf den Computer läd und installiert. Den Link verteilt er über Facebook. Zusätzlich schreibt er ein Programm, dass seinen Link automatisch an alle Freunde des Benutzerkontos verschickt. Mit diesem Virus attackiert er die eben erwähnte Gruppe. Der Angriff gelingt und er erhält Vollzugriff auf die Computer und alle Passwörter. Er zapft die Webcams an, und veröffentlicht Videos von den masturbierenden Jugendlichen vor ihrem Computer über die entsprechenden Facebookkonten.
Resultat: Die Jugendlichen werden für den Rest ihrer Jugend gemobbt und ausgeschlossen. Die Videos finden sich noch Jahre später auf Handys und Computern wieder.
Welches hier das reale Bild ist, ist wohl nicht schwer zu erraten. Die beiden Resultate unterscheiden sich stark, und im Web 2.0 muss man nicht programmieren können um einen Virus zu verteilen. Dadurch das es so einfach ist, gibt es entsprechend viele solche Viren. Sie finden sich in Downloadbörsen, FXP Boards die ich hier leider nicht nennen darf und auch hier im Forum.
Jeder sollte, spätestens jetzt, verstanden haben, was das Web 2.0 für uns bedeutet. Ein kleiner Fehler und unsere Identität ist verloren.
Dieser Text soll eine Warnung sein und ein Aufruf auf eure Daten aufzupassen! Nehmt das Internet ernst , es kann sich schnell zu eurem schlimmsten Albtraum entwickeln.